Alle Artikel von Robert Meier

Als Zwischenlösung ins Rosenbachpalais …

… am Rennweg zog Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn. Vermieter waren die Freiherren von Rosenbach. Bevor der Bischof einzog, wurde eine genaue Beschreibung des Anwesens angefertigt. So machen das Mieter und Vermieter ja bis heute, und gewiss aus demselben Grund: Beim Auszug des Bischofs sollte klar sein, welche Schäden er zu verantworten und damit zu bezahlen hatte.

Nach der Beschreibung befand sich im mittleren Neubau unten rechts eine Gesindestube, Küche und Speisekammer, ein Abtritt (daß Privat), eine weitere Stube und Continue reading

Ein Lädelein direkt an der Karmelitenkirche St. Barbara …

… hatten der Wachszieher Johann Stefan Seiler und seine Frau Maria Katharina im Jahr 1717 errichtet. Nun wollten sie den Laden an ihre Kinder vererben, aber die Karmeliten waren dagegen. Begründung: Die Seilers hatten zwar die Konzession für Errichtung und Betrieb eines Ladens bekommen, mehr aber auch nicht. Die Investitionen auf eigene Kosten führten nach Auffassung der Mönche nicht zum Eigentum Continue reading

Die Prüfungsordnung der Juristischen Fakultät …

… der Universität Würzburg wurde im Jahr 1723 verändert. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn, welcher von 1719 bis 1721 selber Rektor der Universität Würzburg war, erließ dazu am 10.07.1723 eine dreiseitige Anordnung. Das Verfahren zum Erreichen des Baccalaureus blieb unverändert, aber der Prüfling sollte nun zugleich auch das Lizenziat erlangen können, wenn die zuständigen Prüfer ihn für fähig erachten. Abschließend setzte Schönborn auch noch die Bezahlung der zuständigen Vertreter der Universität fest.

Die Universität Würzburg hieß zu dieser Zeit noch Julius-Universität bzw. Academia Julia. Auch war sie deutlich kleiner als heute. Im Continue reading

Ein wohlverdientes kleines Glück …

… wünscht sich wohl jeder, wenn das große nicht zu haben ist. Auch Dr. Stumpf gebrauchte die Formulierung, als er am 30. Juli 1720 in Nürnberg ein Schreiben an die Würzburger Hofkammer aufsetzte. Stumpf hatte in Würzburger Auftrag der Versammlung des Fränkischen Reichskreises beigewohnt. Er berichtete nun an den Main, dass der kaiserliche Gesandte abgereist sei, aber er, Stumpf, noch zwei bis drei Wochen zu bleiben gedenke.

Warum? Continue reading

Der Konkurrenzkampf um einen Stipendiumsplatz …

…… war bereits im 18. Jahrhundert so ausgeprägt, wie er es manchmal heute noch ist. Mit diesem Problem sah sich schon Johann Philipp Franz von Schönborn, Fürstbischof und Herzog von Franken, konfrontiert.
Dies wird mit einem Blick in die Unterlagen zum „Burckhardt’schen Streit wegen Stipendien“ deutlich. In einem Schreiben vom 6. Dezember 1720 bitten der Rechtsberater Johann Laudensackh und der Hofrat Christian Hogger den Fürstbischof schriftlich darum, Einsicht in die Unterlagen zu einem Prozess zu bekommen, in dem es um das Burckhardt‘sche Stipendium ging.
In dem Prozess stand der Würzburger Stadt-Magistrat, der das Stipendium verwaltete, gegen die Familie Diethmann, vermutlich die Erben des Stifters des Stipendiums. Continue reading

Um den Kirchturm von Karbach …

… ging es in einem Schreiben, das am 22. März 1720 verfasst wurde. Der war dem Verfasser nämlich offenbar zu niedrig. Deshalb sollte die Karbacher Kirche 100 Reichstaler bekommen „zur Erhöhung des Kirchtums“.

So steht es im Testament von Johann Martin Gösswein, Pfarrer in Kürnach. Gösswein stammte wohl aus Karbach, seine dort lebende Mutter wurde als Haupterbin eingesetzt. Sie musste sich auch um die Ausführung des Testaments kümmern. Darin wurden die Continue reading

Die Sache mit den Steuern …

… und Abgaben gehörte auch früher schon zu den heiklen Punkten in einer Stadt. Es gab so große Unterschiede. Adelige und Kleriker mussten sich an den bürgerlichen Leistungen in der Stadt nicht beteiligen. Das galt nicht nur für Steuern, sondern auch für Dinge wie das Wacheschieben auf den Stadtmauern, das Stellen von Soldaten und die Unterbringung von Soldaten und Frondienstleistenden. Letzteres hieß Einquartierung und sorgte immer wieder für mächtigen Verdruss. Continue reading

Hofzeremonienmeister Anton Glaser …

… hielt besondere Ereignisse dieser Jahre in einem Buch fest. Zu Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn notierte er, dieser habe zwar nur vier Jahre regiert, aber in dieser Zeit viel gebaut. Zum Beispiel den „am Rennweg stehenden Residenzbau“. Aber auch in der Stadt habe er „mit Veränderung einiger Gassen den Anfang gemacht“, also den Umbau Continue reading

Wenn der Stadtrat tagt …

Kenner der Materie beschreiben den Unterhaltungswert von Sitzungen des Stadtrats als durchaus schwankend. Das war wohl früher auch nicht anders. Obwohl die Zeiten sich sonst sehr geändert haben. Zum Beispiel gab es 1720, unglaublich eigentlich, noch keine CSU …

Werfen wir einen Blick in das Protokoll der Sitzung vom 20. Dezember 1720. Was wurde verhandelt? Zunächst musste der Rat sich ärgern: Der Wächter am Sandertor hatte auf eigene Faust den Zoll erhöht. Was bildete der Kerl sich ein? Unmöglich! Er wurde vorgeladen.

Dann ein höchst wichtiges Thema: der Wein der Stadt. Der alte Ratsbüttner war nämlich verstorben, und seine Witwe Eva Sabina Sandfuß hatte nun einen sehr schönen Brief geschrieben, in dem sie vorschlug, Continue reading