Kategorie-Archiv: Verordnungen

Festungsstadt Würzburg

Johann Philipp von Schönborn hatte Würzburg im 17. Jahrhundert nach den Vorstellungen der Zeit befestigen lassen. Teile dieser gewaltigen Baumaßnahmen (etwa am Burkarder Tor oder die Mauer zwischen Hofgarten und Klein-Nizza) kann man noch heute besichtigen. Sein Nachfolger musste allerdings im Jahr 1720 feststellen, dass diese Befestigungen in unbrauchbaren Zustand geraten waren. Bedenklich. Sah er doch gefährliche Läuften kommen, die Stadt und Hochstift in großes Verderben stürzen würden, sollten sie nicht noch durch die Göttliche Hand abgewendet werden. Allerdings – Continue reading

Keine Mummereien, keine Tänze

Unterfranken gilt heute als Faschingshochburg, mit Sitzungen, Masken, Umzügen und allem, was sonst noch so dazugehört. Jahr für Jahr wird genau hingesehen, in welchem Kostüm die politische Prominenz in Veitshöchheim einläuft. Es vor der Fastenzeit noch mal so richtig krachen zu lassen, gilt als typisch katholisch.

Da wundert eine Verordnung, die Fürstbischof Philipp Franz von Schönborn am 18. Januar 1720 erließ. Fastnachts-Spiele und Mummereien (also Maskenbälle) hätten zu skandalösen und ärgerlichen Exzessen geführt, was den Zorn Gottes hervorgerufen habe und Jung und Continue reading

Pflicht- und treulos von ihren Compagnien desertiert!

Das waren Soldaten des Würzburger Militärs, und zwar sowohl Ausländische als Lands- und Stifts-Kinder. So schrieb Fürstbischof Johann Philipp Franz in einem Mandat am 25. April 1720. Die vielen Deserteure, übrigens keine Würzburger Spezialität, sondern ein verbreitetes Phänomen beim Militär dieser Zeit, waren ein Problem, weil die Würzburger Fürstbischöfe ihre Truppen gegen gutes Geld vermieteten (auch dies ein generelles Phänomen der Zeit). Im Spanischen Erbfolgekrieg, 1714 zu Ende gegangen, kämpften Würzburger Soldaten für den Kaiser, Continue reading