Kategorie-Archiv: Leute

Um den Kirchturm von Karbach …

… ging es in einem Schreiben, das am 22. März 1720 verfasst wurde. Der war dem Verfasser nämlich offenbar zu niedrig. Deshalb sollte die Karbacher Kirche 100 Reichstaler bekommen „zur Erhöhung des Kirchtums“.

So steht es im Testament von Johann Martin Gösswein, Pfarrer in Kürnach. Gösswein stammte wohl aus Karbach, seine dort lebende Mutter wurde als Haupterbin eingesetzt. Sie musste sich auch um die Ausführung des Testaments kümmern. Darin wurden die Continue reading

Die Sache mit den Steuern …

… und Abgaben gehörte auch früher schon zu den heiklen Punkten in einer Stadt. Es gab so große Unterschiede. Adelige und Kleriker mussten sich an den bürgerlichen Leistungen in der Stadt nicht beteiligen. Das galt nicht nur für Steuern, sondern auch für Dinge wie das Wacheschieben auf den Stadtmauern, das Stellen von Soldaten und die Unterbringung von Soldaten und Frondienstleistenden. Letzteres hieß Einquartierung und sorgte immer wieder für mächtigen Verdruss. Continue reading

Hofzeremonienmeister Anton Glaser …

… hielt besondere Ereignisse dieser Jahre in einem Buch fest. Zu Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn notierte er, dieser habe zwar nur vier Jahre regiert, aber in dieser Zeit viel gebaut. Zum Beispiel den „am Rennweg stehenden Residenzbau“. Aber auch in der Stadt habe er „mit Veränderung einiger Gassen den Anfang gemacht“, also den Umbau Continue reading

Ein Gärtchen gegen den unsäglichen Gestank am Schwanentor …

… das war die ungewöhnlich anmutende Bitte, die der Büttnermeister Andreas Ignatius Pfrengler im Oktober 1720 an den Fürstbischof richtete. Pfrengler lebte neben dem bekannten Schwanen-Wirtshaus, das von Zeit zu Zeit den einen oder anderen Fürsten oder Grafen beherbergte und etwa dort stand, wo sich heute das Kaufhaus „Wöhrl“ an der alten Mainbrücke befindet. Zwischen eben diesen beiden Häusern lag nun die Ursache für jenes Schreiben, die Quelle des üblen Geruchs, der Continue reading

Das Testament von Vikar Kraft

Am 19. August 1720 machte Johannes Nikolaus Kraft in Würzburg sein Testament. Er war die letzten 15 Jahre Vikar an St. Burkard gewesen. St. Burkard war damals ein adeliges Stift, eine religiöse Gemeinschaft von Angehörigen des Adels, deren Aufgabe vor allem das Feiern von Gottesdiensten war. Dabei ließen sie sich allerdings – man konnte ja nicht immer anwesend sein – gerne von Vikaren vertreten. Dafür wurden die Vikare dann bezahlt. So ein Vikar war auch Nikolaus Kraft. Es war ein niederer Rang, und Continue reading

Mainmüller Senger will keine Steuern zahlen

Jedenfalls nicht wie die anderen Bürger der Stadt. Darüber beschweren sich Bürgermeister und Stadtrat beim Fürstbischof. Genauer gesagt, über seine sich „anmaßende Einquartierungs- und Schatzungsfreiheit“. Es war ein uraltes Problem in Würzburg: Mussten diejenigen, die im Auftrag des Bischofs tätig waren, sich an den Steuern und Aufgaben der Stadtbürger beteiligen? Continue reading

Heinrich Och aus Heidingsfeld

stefan_bausewein_maria_von_nebenan_002… will in Würzburg das Fleischhacker-Handwerk lernen. Dafür brauchte er eine Bescheinigung über seine Herkunft und seinen Lebenswandel, wie ein Führungszeugnis. Er bekam es. Die Stadt Heidingsfeld bescheinigte ihm, dass seine Eltern ordentlich verheiratet waren, er selbst auß einem rechten unbefleckten ehebett gezeügt und am 4. Juni 1695 frei von Leibeigenschaft geboren und sich immer ehrlich, redlich und friednachbarlich verhalten habe. Warum Och mit seinen 25 Jahren noch eine Lehre anfangen wollte, verrät der Geburtsbrief nicht.

Stadtarchiv Würzburg, Abt. Heidingsfeld, Urkunden der Stadt Heidingsfeld, Nr. 107. Bearbeitet von Svenja Keller.

Wenn Leute ohne Geld heiraten …

und dann noch Kinder kriegen, belasten sie die öffentlichen Kassen. Dies war eine der großen Sorgen der Obrigkeit. Die Würzburger Regierung erließ deshalb ein Mandat gegen das Heiraten von Armen „umb zu verhüten, daß nicht allerhand liederliche oder nichts vermögende Leuth zusammen heurathen“ und dann „die Stadt mit Bettelkinder[n] anfüllen“. Heiraten darf deshalb nur, wer eine Bescheinigung über seine Continue reading