Kategorie-Archiv: Johann Philipp Franz von Schönborn

Keine Mummereien, keine Tänze

Unterfranken gilt heute als Faschingshochburg, mit Sitzungen, Masken, Umzügen und allem, was sonst noch so dazugehört. Jahr für Jahr wird genau hingesehen, in welchem Kostüm die politische Prominenz in Veitshöchheim einläuft. Es vor der Fastenzeit noch mal so richtig krachen zu lassen, gilt als typisch katholisch.

Da wundert eine Verordnung, die Fürstbischof Philipp Franz von Schönborn am 18. Januar 1720 erließ. Fastnachts-Spiele und Mummereien (also Maskenbälle) hätten zu skandalösen und ärgerlichen Exzessen geführt, was den Zorn Gottes hervorgerufen habe und Jung und Continue reading

Pflicht- und treulos von ihren Compagnien desertiert!

Das waren Soldaten des Würzburger Militärs, und zwar “sowohl Ausländische als Lands- und Stifts-Kinder”. So schrieb Fürstbischof Philipp Franz Ludwig in einem Mandat am 25. April 1720. Die vielen Deserteure, übrigens keine Würzburger Spezialität, sondern ein verbreitetes Phänomen beim Militär dieser Zeit, waren ein Problem, weil die Würzburger Fürstbischöfe ihre Truppen gegen gutes Geld vermieteten (auch dies ein generelles Phänomen der Zeit). Im Spanischen Erbfolgekrieg, 1714 zu Ende gegangen, kämpften Würzburger Soldaten für den Kaiser, Continue reading

Als Zwischenlösung ins Rosenbachpalais …

… am Rennweg zog Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn. Vermieter waren die Freiherren von Rosenbach. Bevor der Bischof einzog, wurde eine genaue Beschreibung des Anwesens angefertigt. So machen das Mieter und Vermieter ja bis heute, und gewiss aus demselben Grund: Beim Auszug des Bischofs sollte klar sein, welche Schäden er zu verantworten und damit zu bezahlen hatte.

Nach der Beschreibung befand sich im mittleren Neubau unten rechts eine Gesindestube, Küche und Speisekammer, ein Abtritt (daß Privat), eine weitere Stube und Continue reading

Hofzeremonienmeister Anton Glaser …

… hielt besondere Ereignisse dieser Jahre in einem Buch fest. Zu Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn notierte er, dieser habe zwar nur vier Jahre regiert, aber in dieser Zeit viel gebaut. Zum Beispiel den „am Rennweg stehenden Residenzbau“. Aber auch in der Stadt habe er „mit Veränderung einiger Gassen den Anfang gemacht“, also den Umbau Continue reading

Arbeitsgruppe Seuchen, Kürschnerhof, Montag 9. Uhr

Fleckfieber, Ruhr und Pest waren schwere Bedrohungen für das Leben in der Stadt. Im 17. Jahrhunderts hatte es schwere Pestwellen gegeben, die gewiss noch nicht vergessen waren. Damals hatte man vor allem mit Quarantäne reagiert: Die Bewohner von Häusern, in denen es einen Pestfall gegeben hatte, durften das Haus nicht mehr verlassen.

1720 bedrohte aber eine andere Krankheit Würzburg. Ein Fieber war aus Frankreich auf dem Weg nach Osten. Continue reading

Zwischenmiete im Rosenbachpalais I

Johann Philipp Franz von Schönborn, Bischof von Würzburg, mietet das Palais Rosenbach, solange die Residenz gebaut wird. Er will seine Residenz und Wohnung künftig in die Stadt […] transferieren. Hierzu scheint ihm das Rosenbachische Haus im Rennweg am gelegensten zu sein. Er bittet folglich das Haus mit Garten und Stallung und den anderen dazu gehörenden Gebäuden in Bestand nehmen zu können. Im Anschluss geht es um die veranschlagte jährliche Miete, welche Continue reading

Zentrale Almosenausgabe

Das Betteln in der Stadt in geordnete Bahnen zu lenken, war schon immer ein Anliegen der Obrigkeit. Ganz besonders schlimm sei es in der Karwoche, schrieb am 22. März 1720 Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn. Da kamen wohl viele Fremde in die Stadt, um die Spendenbereitschaft der Würzburger in der Woche von Tod und Auferstehung Jesu auszunutzen. Sie machten den ohnehin schon vorhandenen Kranken und Bedürftigen Konkurrenz und störten sogar in den Kirchen. Das war natürlich ein Problem. Andererseits wolle er den Notleidenden Continue reading

Tod einer Kaiserin

Am 19. Januar war die Kaiserin Eleonora Magdalena Theresia gestorben. Dem Würzburger Bischof wurde dies wie anderen Fürsten des Reichs umgehend mitgeteilt. Dann war die Würzburger Kanzlei am Zug: Ein Kondolenzschreiben an den Kaiser musste her, verfasst nach allen Regeln der Kunst. Johann Philipp Franz von Schönborn schrieb also von der schmerzlichen und empfindlichsten Gemütsbewegung, die die Nachricht Continue reading