Streitigkeiten um Kleinigkeiten?

Bischof Franz von Schönborn muss einen Streit schlichten: Seine Gerichtsassessoren  zanken sich mit den Kanonikern der Stifte Haug und Neumünster. Es geht darum, wer bei öffentlichen und privaten Zusammenkünften „vorangehen“ und „vorsitzen“ darf. Offenbar war etwas in einer „herbst-action“ in der Aula der Universität vorgefallen, das zu einer „confusion“ geführt hatte.  Die Kanoniker waren  einfach „vorangegangen“ und hatten sich vor die Assessoren gesetzt. Die fanden das unverschämt. Begründung: Die Kanoniker haben keine „höhere hochfürstliche Bedienung und Character“, als sie selbst. In der Aula wurde eine Rangordnung sichtbar und die Assessoren mussten Position und Status verteidigen. Dabei ging es auch um das Verhältnis zwischen weltlichen Amtsträgern und den Kanonikern als Angehörigen des geistlichen Standes in Würzburg.

Der Bischof sprach ein Machtwort und untersagte alle Neuerungen. Die Sitzordnung sollte bleiben, wie sie immer gewesen war. Bloß kein Durcheinander bei Feierlichkeiten in der Aula der Universität!

Staatsarchiv Würzburg, Stift Neumünster Würzburg Urkunden 1813.  9./10. Oktober 1720. Recherche und Transkription: Simon Lehnert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.