Ein Lädelein direkt an der Karmelitenkirche St. Barbara …

… hatten der Wachszieher Johann Stefan Seiler und seine Frau Maria Katharina im Jahr 1717 errichtet. Nun wollten sie den Laden an ihre Kinder vererben, aber die Karmeliten waren dagegen. Begründung: Die Seilers hatten zwar die Konzession für Errichtung und Betrieb eines Ladens bekommen, mehr aber auch nicht. Die Investitionen auf eigene Kosten führten nach Auffassung der Mönche nicht zum Eigentum an dem Laden. Am 20. September 1720 wurde ein Kompromiss gefunden: Die Eheleute durften den Laden bis an ihr Lebensende betreiben, dann fiel er ans Karmelitenkloster zurück. Wenn das Kloster ihn wieder verpachtete, sollten die Kinder der Seilers bevorzugt berücksichtigt werden, ohne darauf aber einen Rechtsanspruch zu haben. Außerdem verpflichteten sich die Mönche, nach dem Tod der Seilers 100 Messen für deren Seelenheil lesen zu lassen.

Das Barbarakloster der Karmeliten befand sich in allerbester Würzburger Lage direkt am Rathaus. Die Kirche soll um 1680 als eine der ersten Würzburger Kirchenbauten in barockem Stil errichtet worden sein.  Leider hat sich von den Gebäuden nichts erhalten, nur der Straßenname „Karmelitenstraße“ erinnert noch an den Orden, der hier vom Mittelalter bis zur Säkularisierung ansässig war.

Staatsarchiv Würzburg, Karmelitenkloster St. Barbara, Urkunden 1720 September 20. Recherche und Transkription: Jan Hoffmann.

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