„Ingenieur Haubtmann Neumann“ gibt Unterlagen ab

zum „angefangenen Bau- und Fortifications-Vorhaben“. Am 29. Mai 1720 reicht Balthasar Neumann die Sachen bei der Rentkammer ein. Die Kammerräte schicken die Unterlagen mit einem Kommentar an den Fürstbischof. Sie unterschreiben „mit tiefstem Respect verharrend“, wie das damals üblich war. Am 5. Juni schreibt Balthasar Neumann an den Fürstbischof, das Gutachten von Hofrat Fichtl über die Baukosten sei fertig und gleich der Rentkammer übergeben worden.

Über die Baukosten selbst schreibt er nichts, weshalb wir das hier nachreichen. Den Grundstock der Finanzierung bildeten 640.000 Gulden des Würzburger Kammerrats und Kaufmanns Gallus Jacob, der auch durch krumme Geschäfte reich geworden und 1717 sogar in den Adelsstand erhoben worden war. Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn drohte ihm mit einem Prozess, von dem er gegen nach Zahlung der märchenhaften Strafe schließlich absah.  Zum Vergleich: der gesamte Jahreshaushalt des Hochstifts Würzburg lag damals bei etwa 750.000 Gulden.

Insgesamt sollen in der Residenz zwischen 1720 und 1780 etwa 1.5 Millionen Gulden verbaut worden sein.

Stadtarchiv Würzburg, NL Ziegler. Recherche und Transkription: Oliver Bahl. Informationen zu den Kosten des Residenzbaus aus: Hans-Peter Baum, Gallus Jakob und die Finanzierung des Residenzbaues, in: Würzburger Stadtgeschichte II (2004), 291-293.