Fremd und arm in der Stadt

Am 21. Juni berät die Regierung über eine Anfrage des Stadtrats, wie man mit (fremden) Leuten umgehen sollte, die sich nicht selbst ernähren könnten. Das war ein großes Thema in der Frühen Neuzeit. Die Obrigkeiten versuchten, die eigenen Almosenkassen möglichst zu entlasten. Die Lösung hieß daher mit dem Wort der Zeit: Hinausschaffen. In der Verwaltung lief dies unter dem Betreff „puncto Eliminatorum“. So hielt man es auch in Würzburg. Im Beschluss der Regierung heißt es: „Die jenigen, so sich mit Arbeit und ehrlich Gewerb nit nähren könnten, wären zu eliminieren.“ Und über alt gewordene Bediente: „Die jenigen, welche sich wohl gehalten und ihren Diensten treu und lang vorgestanden, hingegen Alters und Krankheits halben nicht mehr dienen könnten, wären zu tolerieren. Hingegen die Nichtsnutzigen und bekannte Hin-und-Herziehende wären auch auszuschaffen.“

Staatsarchiv Würzburg, Protokoll des Gebrechenamts. Bearbeitung: Andreas Pfeil.

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