{"id":162,"date":"1720-10-07T12:59:30","date_gmt":"1720-10-07T10:59:30","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=162"},"modified":"2017-02-20T21:12:26","modified_gmt":"2017-02-20T19:12:26","slug":"arbeitsgruppe-seuchen-kuerschnerhof-montag-9-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=162","title":{"rendered":"Arbeitsgruppe Seuchen, K\u00fcrschnerhof, Montag 9. Uhr"},"content":{"rendered":"<p>Fleckfieber, Ruhr und Pest waren schwere Bedrohungen f\u00fcr das Leben in der Stadt. Im 17. Jahrhunderts hatte es schwere Pestwellen gegeben, die gewiss noch nicht vergessen waren. Damals hatte man vor allem mit Quarant\u00e4ne reagiert: Die Bewohner von H\u00e4usern, in denen es einen Pestfall gegeben hatte, durften das Haus nicht mehr verlassen.<\/p>\n<p>1720 bedrohte aber eine andere Krankheit W\u00fcrzburg. Ein Fieber war aus Frankreich auf dem Weg nach Osten.<!--more--> Bischof Johann Philipp Franz von Sch\u00f6nborn reagierte mit einer Ma\u00dfnahme, die man auch bei der Pest schon angewandt hatte: Fremde aus den Gebieten, in denen die Krankheit ausgebrochen war, durften nicht nach W\u00fcrzburg hinein. Die W\u00e4chter an den W\u00fcrzburger Stadttoren erhielten entsprechende Befehle. Au\u00dferdem berief der Bischof ein \u201econsilium sanitatis\u201c ein, heute w\u00fcrde man wohl Arbeitsgruppe sagen. Um die Kontrolle zu behalten, sollten die Vorsteher der Stadtviertel, die Viertelmeister, berichten, wie viele Tote es bei ihnen gegeben hatte.<\/p>\n<p>Das Fieber aus Frankreich scheint W\u00fcrzburg dann doch verschont zu haben. Aber die Verwaltung wollte eben vorbereitet sein. Vor allem nat\u00fcrlich bei der wichtigsten aller Verwaltungsfragen: Wer zahlt\u2019s? Dies war heikel vor allem dann, wenn es nicht um die eigenen Leute ging. Wer sollte daf\u00fcr aufkommen, wenn demn\u00e4chst eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von kranken Franzosen in der Stadt zu versorgen und zu verpflegen w\u00e4re? Zur Besprechung dieser Frage lud das \u201econsilium sanitatis\u201c auch die Vertreter der Stadt f\u00fcr Montag den 7. Oktober fr\u00fch um neun in die bisch\u00f6fliche Kanzlei am K\u00fcrschnerhof ein.<\/p>\n<p>Was dort gesprochen wurde, wei\u00df man nicht. Allerdings vertrat die Stadt W\u00fcrzburg in solchen Fragen eigentlich immer den gleichen Standpunkt: F\u00fcr Fremde war nicht die Stadt, sondern die Landesherrschaft zust\u00e4ndig. Behandelt werden sollten sie im Juliusspital, und die Kosten sollte eine bisch\u00f6fliche Kasse tragen.<\/p>\n<p>Stadtarchiv W\u00fcrzburg, Ratsakten Nr. 1742. Recherche Dennis Meier. Siehe auch Herbert Schott, Das Verh\u00e4ltnis der Stadt W\u00fcrzburg zur Landesherrschaft im 18. Jahrhundert (W\u00fcrzburg 1995), S. 528.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fleckfieber, Ruhr und Pest waren schwere Bedrohungen f\u00fcr das Leben in der Stadt. Im 17. Jahrhunderts hatte es schwere Pestwellen gegeben, die gewiss noch nicht vergessen waren. Damals hatte man vor allem mit Quarant\u00e4ne reagiert: Die Bewohner von H\u00e4usern, in denen es einen Pestfall gegeben hatte, durften das Haus nicht mehr verlassen. 1720 bedrohte aber &hellip; <a href=\"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=162\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Arbeitsgruppe Seuchen, K\u00fcrschnerhof, Montag 9. Uhr<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162"}],"collection":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=162"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":166,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162\/revisions\/166"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}