{"id":217,"date":"1720-04-25T12:04:00","date_gmt":"1720-04-25T10:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=217"},"modified":"2020-03-05T11:34:10","modified_gmt":"2020-03-05T09:34:10","slug":"pflicht-und-treulos-von-ihren-compagnien-desertiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=217","title":{"rendered":"Pflicht- und treulos von ihren Compagnien desertiert!"},"content":{"rendered":"<p>Das waren Soldaten des W\u00fcrzburger Milit\u00e4rs, und zwar <em>sowohl Ausl\u00e4ndische als Lands- und Stifts-Kinder<\/em>. So schrieb F\u00fcrstbischof Johann Philipp Franz in einem Mandat am 25. April 1720. Die vielen Deserteure, \u00fcbrigens keine W\u00fcrzburger Spezialit\u00e4t, sondern ein verbreitetes Ph\u00e4nomen beim Milit\u00e4r dieser Zeit, waren ein Problem, weil die W\u00fcrzburger F\u00fcrstbisch\u00f6fe ihre Truppen gegen gutes Geld vermieteten (auch dies ein generelles Ph\u00e4nomen der Zeit). Im Spanischen Erbfolgekrieg, 1714 zu Ende gegangen, k\u00e4mpften W\u00fcrzburger Soldaten f\u00fcr den Kaiser,<!--more--> w\u00e4hrend der F\u00fcrstbischof daf\u00fcr sehr erhebliche Subsidien erhielt. Da war es nat\u00fcrlich nicht sch\u00f6n, wenn die vermieteten Truppen immer kleiner wurden, weil so viele Soldaten desertierten. Desertieren war riskant, darauf stand eigentlich die Todesstrafe. Eigentlich. Denn die meisten Obrigkeiten hielten es wie der W\u00fcrzburger F\u00fcrstbischof in diesem Mandat: Wer zur\u00fcckkam, wer sich innerhalb von drei Monaten wieder bei seiner Compagnie meldete, der wurde nicht bestraft, sondern der erhielt Pardon. Der F\u00fcrstbischof versprach eine allgemeine Begnadigung. Bei den anderen, die sich nicht wieder meldeten, sollte allerdings hart durchgegriffen werden. Der Henker w\u00fcrde ihre Namen auf den Galgen schreiben, und bei Antreffen in W\u00fcrzburg w\u00fcrden sie &#8220;nach der Sch\u00e4rfe der Kriegs-Rechten abgestraft werden&#8221;.<\/p>\n<p>W\u00fcrzburg hielt damals etwa 3000 Mann unter Waffen. Das Milit\u00e4r verursachte immense Kosten, in Kriegszeiten&nbsp; konnten sie bis zur H\u00e4lfte der Gesamtausgaben des Hochstifts ausmachen. Was die Heldentaten der W\u00fcrzburger Soldaten betrifft, ist man in letzter Zeit zur\u00fcckhaltender geworden. So schreibt Florian Zwie\u00dfler in einer Studie zu W\u00fcrzburger Subsidientruppen \u00fcber zwei Regimenter mit je 800 Mann: &#8220;Die gesamte Kampagne der beiden Regimenter in den Niederlanden 1747 bis 1749 war gepr\u00e4gt von hohen Verlusten durch Krankheit und haupts\u00e4chlich Desertion, w\u00e4hrend die w\u00fcrzburgischen Soldaten kaum Gefechtsbeteiligungen zu verzeichnen hatten.&#8221; (Florian Zwie\u00dfler, Zu Strukturproblemen des Fr\u00fchneuzeitlichen Milit\u00e4rs &#8230;, in: W\u00fcrzburger Di\u00f6zesangeschichtsbl\u00e4tter 80 (2017), 267-313)<\/p>\n<p>Di\u00f6zesanarchiv W\u00fcrzburg, Mandate und amtliche Rundschreiben, WVI\/1070. 1720 April 25. Recherche und Transkription: Jana Mathewes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das waren Soldaten des W\u00fcrzburger Milit\u00e4rs, und zwar sowohl Ausl\u00e4ndische als Lands- und Stifts-Kinder. So schrieb F\u00fcrstbischof Johann Philipp Franz in einem Mandat am 25. April 1720. Die vielen Deserteure, \u00fcbrigens keine W\u00fcrzburger Spezialit\u00e4t, sondern ein verbreitetes Ph\u00e4nomen beim Milit\u00e4r dieser Zeit, waren ein Problem, weil die W\u00fcrzburger F\u00fcrstbisch\u00f6fe ihre Truppen gegen gutes Geld vermieteten &hellip; <a href=\"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=217\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Pflicht- und treulos von ihren Compagnien desertiert!<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":222,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,12,6,18],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/217"}],"collection":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=217"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/217\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":274,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/217\/revisions\/274"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=217"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=217"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}