{"id":250,"date":"1720-05-07T23:29:00","date_gmt":"1720-05-07T22:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=250"},"modified":"2023-09-24T13:49:20","modified_gmt":"2023-09-24T11:49:20","slug":"joseph-otto-will-stadtrat-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=250","title":{"rendered":"Joseph Otto will Stadtrat werden"},"content":{"rendered":"<p>Elias Adam Joseph Otto, so sein vollst\u00e4ndiger Name, war nicht irgendwer, sondern er war Assessor beim W\u00fcrzburger Stadtgericht. Da war der Gedanke,\u00a0 er k\u00f6nnte Mitglied des Stadtrats\u00a0 werden, gar nicht abwegig.<\/p>\n<p>Hartn\u00e4ckig war er auch. Bereits im Vorjahr hatte er bei einer Ratswahl seinen Hut in den Ring geworfen, allerdings erfolglos. Nun war am 17. April Stadtrat Johann Jacob Balbus verstorben, und Otto nahm einen neuen Anlauf. Daran sieht man einen wichtigen Unterschied zu heutigen Stadtratswahlen: Wer einmal drin war, der blieb auf Lebenszeit Stadtrat (so etwas gibt es heute nur noch beim hochverehrten Stadtrat Willi D\u00fcrrnagel). <!--more-->Einen neuen Stadtrat (an <em>R\u00e4tinnen<\/em> war nicht zu denken, es war eine reine M\u00e4nnergesellschaft) gab es nur, wenn ein alter gestorben war.\u00a0 Und auch die Wahl war ganz anders als heute: Im Stadtrat wurde eine Vorschlagsliste erstellt, auf der drei Namen standen. Daraus suchten dann F\u00fcrstbischof und Domkapitel im Wechsel den neuen Ratsherrn aus.<\/p>\n<p>Otto wollte auch auf diese Liste, aber es gab ein Problem. Es war n\u00e4mlich \u00fcblich, dass die Ratsherrn ein Haus in W\u00fcrzburg besa\u00dfen. Otto hatte keins. Daf\u00fcr hatte er eine Idee. Er fragte sich n\u00e4mlich, ob der Hausbesitz nur \u00fcblich sei, oder aber eine feststehende Vorschrift? Otto hatte herausgefunden, dass die Sache in der noch auf Bischof Aschhausen und das Jahr 1618 zur\u00fcckgehenden Ratsordnung gar nicht eindeutig geregelt war. Deshalb schrieb er nun an den F\u00fcrstbischof und bat um <em>Dispens<\/em>. Dispens &#8211; ein f\u00fcr die Fr\u00fche Neuzeit entscheidendes, ein geradezu magisches Wort. <em>Dispens<\/em> bedeutete, dass es zwar eine Regel gab, diese aber im vorliegenden Fall nicht angewandt werden musste.<\/p>\n<p>Otto bat also beim F\u00fcrstbischof wegen des Hauses um einen Dispens. Er f\u00fchrte gute Gr\u00fcnde an: Hausbesitzer war er durchaus, das Haus lag in Randersacker, wo er auch sechs Morgen Weinberge sein Eigen nannte. Dann erw\u00e4hnte er noch, dass sein Gro\u00dfvater und ein Onkel m\u00fctterlicherseits Geheime R\u00e4te in Diensten der Sch\u00f6nborns gewesen seien und sein Vater und ein Vetter den Posten eines Lehenssekret\u00e4rs innegehabt hatten.<\/p>\n<p>Die W\u00fcrzburger Regierung gab ihm Recht. Ein Dispens sei gar nicht n\u00f6tig, weil der Hausbesitz in W\u00fcrzburg f\u00fcr Stadtr\u00e4te eben keine Pflicht sei. Er solle sich, um gew\u00e4hlt zu werden, gute Freunde suchen.<\/p>\n<p>Geklappt hat es dann trotzdem nicht. Als Ratsherr l\u00e4sst sich Otto nicht nachweisen. Gew\u00e4hlt wurde 1720 Georg Konrad Siegler, der als Sekret\u00e4r des Geistlichen Rats auch schon einen Posten vorzuweisen hatte. Welche Posten seine Verwandtschaft eingenommen hatte wissen wir nicht.<\/p>\n<p>Ob er ein Haus in W\u00fcrzburg hatte?<\/p>\n<p>Staatsarchiv W\u00fcrzburg, Gebrechenamt W 815. Das Gesuch Ottos wird am 7. Mai 1720 im Gebrechenamt pr\u00e4sentiert. Recherche und Transkription: Florian Pra\u00dfler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elias Adam Joseph Otto, so sein vollst\u00e4ndiger Name, war nicht irgendwer, sondern er war Assessor beim W\u00fcrzburger Stadtgericht. Da war der Gedanke,\u00a0 er k\u00f6nnte Mitglied des Stadtrats\u00a0 werden, gar nicht abwegig. Hartn\u00e4ckig war er auch. Bereits im Vorjahr hatte er bei einer Ratswahl seinen Hut in den Ring geworfen, allerdings erfolglos. Nun war am 17. &hellip; <a href=\"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/?p=250\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Joseph Otto will Stadtrat werden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,3,15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/250"}],"collection":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=250"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":253,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/250\/revisions\/253"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--1720wrzburg-xhb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}